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WOMFT? Stories – Interview mit Hikmet Sugoer & Porsche Design Designer Henning Rieseler

Hikmet hat sich mit Porsche Design zusammen getan, um uns mit einem neuen Sonra zu beglücken. Vielleicht gibt es da auch einen anderen Grund, aber dazu später mehr!

Der Sonra Proto I „Porsche Design Edition“ ist an den Porsche 912 angelehnt. Hikmet hat dieses Auto nie losgelassen und letztendlich vor nicht allzu langer Zeit zum dritten Mal zu ihm gefunden. Die ganze Geschichte findet ihr auf Hikmets Facebook Profil – wir ersparen euch an dieser Stelle eine Wiederholung und gehen lieber auf den Schuh selbst ein, bevor wir endlich zum Interview kommen:

Das Obermaterial des Proto I ist aus naturgegerbten Rindsleder gefertigt. Grundton ist ein Schiefergrau, eine der ersten Farben in dem der Porsche 912 ab 1965 lieferbar war. Rund um die Ferse ziehen sich Silber und Signalrot als Akzente. Das Silber bildet dabei all die Chromteile des 912 auf dem Schuh ab, während das Signalrot für Hikmets eigenen Porsche steht. Auf der Ferse selbst ist noch einmal der Schriftzug „912“ zu finden – auch eine Reminiszenz an den Porsche, der das in diesem Schrifttyp in den frühen Jahren (1965/66) auf der Klappe des Motorraumes hatte.  Das Innenlining ist vom Material alt bewehrt und zu gleich sehr nah am Vorbild. Beiges Leder war damals in verschiedenen Verarbeitungsformen bestellbar, unteranderem mit einem Nahtmuster, an das die Innensohle erinnert. Natürlich steht der Schuh wie auch das Auto auf schwarzen „Reifen“. Auch wenn wir am liebsten jede Außensohle in „Gum“ hätten – hier muss diese einfach schwarz sein!

Auch wenn das bereits viele Gründe für diese Kollaboration waren, sollen auch Hikmet (HS) sowie Henning (HR) von Porsche Design selbst zu Wort kommen. Im Interview haben wir unfassbar viel Liebe zum Auto sowie zum Projekt gespürt, das können wir nicht nacherzählen!

[WOMFT?] Wie ist es zu der Idee gekommen, die Liebe zu dem Auto auf den Schuh zu bringen?

HS: Es war so, dass ich eine Mail [an Porsche Design] rausgeschickt hatte und dann ziemlich schnell einen Termin im Store in Berlin hatte, um meine Vision vorzustellen. Wir haben dann ziemlich schnell gemerkt, dass wir die gleiche Sprache sprechen. So haben wir sehr schnell zueinander gefunden. […] Die Idee war natürlich durch mein Auto gegeben, da brauchten wir nichts erfinden.

HR: Für uns war sehr früh klar, dass es sich bei dem Schuh um keinen Merchandise Artikel zu einem Auto handelt, sondern das der als Produkt für sich stehen muss: Er erzählt die persönliche Geschichte von Hikmet in Kombination mit der reduzierten Designsprache von Porsche Design.. Das war letztendlich auch das, was wir sehr faszinierend fanden […]. Das ist eine super Geschichte, das kommt von Herzen.

[WOMFT?] Wie siehst du die anderen Projekte mit Autobezug, die gerade bei Ronnie Fieg, Virgil Abloh und Daniel Ashram in der Pipeline sind?

HS: Lustig, dass irgendwie alle zur gleichen Zeit kamen. Wir hatten die Porsche Geschichte gepostet und eine Woche später kommt Ronnie Fieg mit seiner BMW Story. Alles schön, aber mich verfolgt das Auto seit 20 Jahren. […] Ich finde das generell aber sehr spannend und toll. Ich sehe es bei meinen Kids, das im Jahr 2020 Autos immer irrelevanter werden – gerade für die Millenials, weil sie sich anders fortbewegen. […] Ohne jetzt ökologische Aspekte miteinzubeziehen, für uns junge Menschen war damals das Auto immer die große Freiheit gewesen. Ohne sich groß Gedanken machen zu müssen konnte man immer überall hin. […] Ich glaube, dass wir junge Menschen mit dem Projekt wieder erreichen und zeigen, dass ein Auto nicht nur ein Fortbewegungsmittel ist, sondern mehr. Letztendlich ist auch ein Schuh nur ein Fortbewegungsmittel, das auch nur mit Emotionen beladen ist. Das ist zwar philosophisch, aber ich denke es ist daher eine logische Parallele, dass man das Schuhwerk mit dem Auto kombiniert.

HR: Für uns ist die Zusammenarbeit mit Hikmet genau aus diesem Grund so spannend, weil eben dieser Aspekt dazu kommt: Wir machen Lifestyleprodukte, gegründet in den 1970ern und natürlich gab es in all den Jahrzenten Produkte, die zu dem Lifestyle passten und heute ist es total spannend zu sehen wo die Reise hingehen kann, wie die nächste Generation darauf reagiert.

[WOMFT?] Hikmet du lässt ja sehr nachhaltig produzieren: pflanzlich gegerbtes Leder, regionale  Produktion, … Was ist deiner Meinung nach die Zukunft im Automobilsektor? Was kann Porsche Design von dir lernen?

HS: Porsche und Porsche Design muss man hier trennen! Porsche Design ist sicherlich ein Tochterunternehmen, aber in der Praxis muss man hier unterscheiden. Aus meiner Perspektive sind wir da sehr ähnlich aufgestellt: Es ist wichtig das sozial korrekt und nachhaltig produziert wird. Da haben wir beide [Sonra & Porsche Design] denselben Ethos.

HR: Von unserer Seite aus ist das bereits ein wichtiges Thema. Wir setzen bei allen Produkten und Kooperationen auch den Fokus auf Nachhaltigkeit. Besonders wichtig ist uns dabei die Materialität: Die Qualität, die Details sowie die Verarbeitung. Das passt bei Sonra sehr gut und eben auch, dass die Produkte in Deutschland hergestellt werden. Bei einem breiten Produktportfolio wie bei Porsche Design haben wir natürlich auch Produkte, die außerhalb Europas gefertigt werden, aber auch hier achten wir genauso auf die Qualität. Ein gutes Beispiel für die Produktion in Europa sind unsere Uhren, die wir Schweiz produzieren. Das ist also auch zukünftig unser Fokus. Deshalb passt auch die Zusammenarbeit mit Sonra hervorragend.

[WOMFT?] Wie hast du dann versucht diese Emotionen auf den Schuh zu übertragen?

HS: Wir hatten zuerst angedacht das Lüftungsgitter am Heck des Porsches auf den Schuh zu übertragen – genauso wie das Typenschild mit dem Farbcode, welches innen an der Tür angebracht ist. Letztenendes hätte es in Summe aber nicht zu dem Schuh gepasst. Wir haben uns dann dazu entschieden den Schriftzug „912“ als Reminiszenz auf die Ferse des Schuhs zu übertragen, so dass die Typbezeichnung des Autos auch als Typbezeichnung auf dem Schuh drauf ist.

HR: Seitens Porsche Design fokussieren wir uns immer zuerst auf das Grundthema bei einem Produkt: Die extreme Einfachheit, die Silhouette, die so drastisch reduziert ist. Die Details kommen dann erst auf der nächsten Ebene – das ist daher aus meiner Sicht gar nicht so das Zentrale. So sind wir uns einig gewesen, dass es galt die Schlichtheit des Autos, die Ikonenhaftigkeit auf den Schuh zu übertragen und auf zu viele Details zu verzichten. Der „912“ Schriftzug ist daher kein überladendes Element, sondern eher der Absender des Autos.  

[WOMFT?] Wie lange hat dieser Designprozess gedauert?

HS: Das ging eigentlich. Das Schwerste war ein Releasedatum zu finden, weil der Kunde das Produkt eigentlich anfassen und fühlen sollte. Das hat leider auf Grund der Corona-Pandemie nicht geklappt. Der eigentliche Prozess zwischen Idee und Produktion hat nur 6-8 Monate gedauert. Wir waren sehr schnell D`accord miteinander.

[WOMFT?] Gab es Überlegungen das Projekt auf einem Proto II zu realisieren?

HS: Das erste Muster war tatsächliche in Proto II gewesen. Ich habe dann aber für mich festgestellt, dass sich der Proto I besser eignet. Es gab auch ein Sample mit rotem Reflektorstreifen, aber da gab es leider nicht die Möglichkeit die Wagenfarbe abzubilden, so bin ich dann letzten Endes auch davon abgekommen.

[WOMFT?] Wenn wir schon bei der Silhouette sind, wir haben gehört da kommt was Neues. Kannst du uns dazu etwas sagen?

HS: Die kommt auf alle Fälle. Ich arbeite gerade an einer neuen Silhouette. Sie ist eigentlich schon fertig und wird dann hoffentlich mal das Tageslicht erblicken.

[WOMFT?] Wieder mit Keilsohle?

HS: Um ehrlich zu sein habe ich drei Silhouetten in der Pipeline, da ist zum einen die bekannte Sohle und dann sind da auch zwei neue Sohlen dabei.

Wir als WOMFT? können hier letztendlich nur zu dem gelungenen Produkt gratulieren und uns wiederholen: Der Schuh ist absolut stimmig oder wie Henning sagen würde: Hikmets Leidenschaft ist auf den Punkt gebracht worden. Zusammenfassend verkörpert der Schuh aber alle drei Marken hervorragend: Porsche, Porsche Design und Sonra schaffen durch eine reduzierte Formensprache und eine starke Materialität Emotionen, die jeden Hype überstehen. Es war auch nach vielen Jahren, die wir nun Hikmet “kennen“ wieder einmal sehr eindrucksvoll wie viel Emotion und Leidenschaft in seinem Tun steckt. Wir freuen uns auf den Schuh sowie weitere Modelle, bei denen uns scheinbar ganz schön viel Neues erwartet. Hammer!

Vielen Dank für das Interview!

Credits: WOMFT?

Photocredits: Kane Holz

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